1997: Exodus

ein Projekt der HLG-MUSICAL-COMPANY RENDSBURG

Musical-Aufführungen haben am Rendsburger Helene-Lange-Gymnasium inzwischen schon Tradition. Bereits seit 10 Jahren arbeiten Chor, Band und Orchester, Tanz-AG , Schauspiel- und Technikgruppen gemeinsam an der Einstudierung und Aufführung abendfüllender Musiktheaterstücke. Diese Projekte stellen an alle Beteiligten hohe Anforderungen, da man sich an anspruchsvolle Werke wie Andrew Lloyd Webbers Jesus Christ Superstar und Leonard Bernsteins West-Side-Story herantraute. Etwa 100 Schülerinnen und Schüler verschiedenster Altersstufen sind bei diesen Projekten mit großem Engagement und viel Kreativität beteiligt, und der große Erfolg, den diese Aufführungen bisher in der Öffentlichkeit hatten, belohnt diese Anstrengungen und spornt zu weiterer Arbeit an.

Besondere Beachtung verdient auch die neueste Produktion der HLG-Musical-Company, die Rockoper EXODUS-Stationen einer Befreiung , die im Mai 1997 in der Rendsburger Christkirche mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Hierbei handelt es sich um eine Eigenproduktion, Text und Musik stammen von Andreas Jung, Musiklehrer am Helene-Lange Gymnasium. Bereits 1992 wurde das Stück komponiert und mit Schülern aufgeführt, mit so großem Erfolg, daß die ganze Gruppe 1993 zum Kirchentag nach München eingeladen wurde. 1997 folgte auf Wunsch vieler Schüler eine Wiederaufnahme dieses Stückes, diesmal in einer neuen Instrumentation unter Hinzunahme von Orchesterinstrumenten, um das inzwischen gewachsene Schulorchester zu integrieren.

Was ist nun eigentlich Exodus, wovon handelt es, welche Musikrichtung herrscht vor?

Das Thema der Rockoper bezieht sich auf das 2. Buch Mose aus dem Alten Testament, das Buch EXODUS. Mose führt sein Volk aus ägyptischer Sklaverei in das Gelobte Land. Der Untertitel Stationen einer Befreiung weist auf den Schwerpunkt der Handlung und verdeutlicht die Aktualität, die diese alte Geschichte auch in unserer heutigen Zeit hat. 4 Aufzüge und 23 Szenen lassen das alte Geschehen auf der Bühne lebendig werden: Die Sklavenarbeit, Mose beim Pharao, Passahnacht und Flucht durch das Schilfmeer, der lange Weg durch die Wüste, der Tanz um das Goldene Kalb – war er je ekstatischer als gerade heute- und der Abschied von Mose sind bewegte und bewegende Bilder, Stationen auf dem Weg zur Freiheit.

Man kann diese Geschichte als ein Urbild menschlichen Freiheitsstrebens schlechthin interpretieren. Die verschiedenen Stationen, Schicksale, Gefühle des Menschen auf der Suche nach seiner Freiheit und nach Gott werden archetypisch dargestellt. Psychologisch gesehen kann man in den Bildern der Befreiung des hebräischen Volkes Grundzüge der Entwicklung eines jeden Menschen erkennen, Stationen eines Prozes- ses, den jeder von uns durchlaufen muß, um zu sich selbst zu finden. Dabei geht es immer auch um die Angst, alte Bindungen zu verlassen und Neuland zu betreten.

Vor diesem Hintergrund werden auch die Identifikationsmöglichkeiten für den Zuhörer deutlich. Jeder kann sich hier wiederfinden und erkennen, das Spannungsverhältnis von Freiheit und Bindung ist etwas elementar Menschliches.